Ein herzliches Predappio –ein verregnetes Ravenna –

eine unvergessliche Emilia Romagna

 

Hatten manvor drei Monaten eine gemeinsame Woche mit vorweihnachtlichem Flair in Deutschland erlebt, so warteten jetzt Pietro, Lucia, Davide, Giorgia und die anderen auf die Schüler und Schülerinnen aus der Wilhelm-Filchner-Schule Wolfhagen, um sie in ihrer scuola media in Predappio aufs Herzlichste zu begrüßen.

Die ganze Schulgemeinde, der Partnerschaftsverein Predappio-Breuna und die Eltern waren gekommen, um bei deutscher Musik des kleinen Schulorchesters das Wiedersehen zu feiern.

Gekonnt zeigten dabei zwei Schüler eine alte romagnolische Tradition >frusta con la musica<, was man sich als ein melodisches Peitschenknallen vorstellen muss.

Am nächsten Tag bedruckte man in gemeinsamer Arbeit Küchenschürzen mit Motiven , die für die Emilia Romagna stehen: Weintrauben, der Hahn von Forli und Ähren, die das Glück symbolisieren sollen. Wozu diese Schürzen gedacht waren, das sollte man später erfahren.

 

Ravenna im Regen – und keiner war schlecht gelaunt. Auf der Hinfahrt schon goss es wie aus Kübeln und auf die Frage eines Schülers, der bemerkt hatte, dass da keine Scheibenwischer im mitfahrenden Auto für klare Sicht sorgten:> Gibt’s in Italien keine Scheibenwischer?< konnte man nur antworten: > O sole mio< - denn die gibt’s halt dauerhaft nur in unseren Urlaubsträumen.

Die Schüler erlebten Geschichtsunterricht zum Anfassen. Mit dem Ostgotenkönig Teodorico aus der Völkerwanderungszeit wurde die Bedeutung Ravennas, das zuvor schon Hauptresidenz des weströmischen Kaisers war, quasi eine bevorzugte >Hauptstadt< für Regierungen in Italien, nicht zuletzt, weil es sich aufgrund seiner geografischen Lage so gut verteidigen ließ. Ja, hier lassen sich gemeinsame Spuren in der Geschichte finden.

Ob die Kirche San Vitale oder Sant Apollinare Nuovo, die Theoderich im 6. Jahrhundert errichten ließ, sie alle gehören heute zum Weltkulturerbe der UNESCO. Die kleinen Fischchen, die sichs bei Überflutung des Kellergewölbes im selbigen gut gehen lassen, beeindrucken nicht nur; sie zeigen auch , wie gefährlich eng Ravenna und seine historischen Gebäude mit dem Meer verbunden ist. Ständig ist das Grundwasser von Versalzung bedroht und den umliegenden Landflächen droht häufig Überflutung.

 

Die erwähnten Schürzen wurden dann am nächsten Tag in der Schule wieder ausgepackt, um mit ca. 1 m langen >Matterellos< (Nudelhölzern) >Strozzapreti<herzustellen. Natürlich sind das Nudeln, aus Wasser und Mehl hergestellt. Unmengen wurden an diesem Morgen produziert, während zeitgleich andere Schüler im modern ausgestatteten PC-Raum das Rezept auf italienisch, deutsch und englisch zur Erinnerung kopierten. 

 


(Bild links) Wieder andere strengten sich mit ihren Partnern an, ein recht anspruchsvolles >crossword< zu lösen. 

 

(Bild rechts) Im geräumigen und gut ausgestatteten Kunstraum der Schule fertigte man bunt beklebte Wollzöpfe an, die am Ende z.B. mit Orangenduft parfümiert wurden. In Italien zieren sie oft Türgriffe und Kleiderschränke. Und last but not least konnte man froh sein, die Station >Test your knowledge< mit dem italienischen Partner bestehen zu müssen. Zwei wissen immer mehr als einer. Die Frage nach dem Geburtsort der deutschen Bundeskanzlerin stellte sich beispielsweise schwieriger dar als die nach dem belgischen Nationalgericht.

 

Nicht nur der Empfang beim Bürgermeister Giorgio Frassineti, überall begegnete uns die Herzlichkeit und Wertschätzung der Italiener. 

 

 


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